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 Thieves at Heart

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Sayamy
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BeitragThema: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 8:55 am

Meine letzte Aktion war nicht so erfolgreich gewesen – eigentlich hatte ich vorgehabt mich in eins der Ärztehäuser des Militärs einzuschleichen, wollte dort Medikamente entwenden. Der Regen des kommenden Winters würden auch viele Krankheiten wieder über die Armenviertel bringen und dann verkaufte sich sowas gut auf dem Schwarzmarkt. Auch wollte ich gern etwas bei Hand haben, falls Chiara oder ich uns etwas einfingen... wobei ich eher dazu tendierte mir Verletzungen einzufangen. Mit vor Schmerzen verzogenen Gesicht ließ ich mich in einer Ecke zwischen den Ruinen zu Boden sinken. Es war keine gute Idee gewesen, durch ein Fenster aus dem 2 Stock zu springen, hatte ich mir das schlimme Knie böse gestoßen und wohl auch die Rippen geprellt. Die schwach blutende Verletzung an der Schulter stammte von einem Messer – zwei von meinen hatte ich auch verloren, musste eins opfern um einen Halt an der Wand zu schaffen, damit ich bis ans Fenster heranreichte und den unerwartet vielen Soldaten entkam, ein zweites steckte jetzt in dem einem dazugekommenen Oberst der hartnäckig genug gewesen war, mich zu verfolgen. Irgendwie musste ich ihn ja loswerden, bevor ich meine Fluchtroute antrat.
Bis zu dem vereinbarten Treffpunkt mit Chiara hatte ich es aber nicht geschafft, wusste aber das sie mich suchen würde, wenn ich nicht zur abgesprochenen Zeit zurück kam. Solange würde ich eben hier bleiben, streckte vorsichtig das Bein aus um mein Knie zu entlasten. Ein paar Tage lang würde Chiara wohl das Essen besorgen müssen. Auch die Kappe, die meine Haare verborgen hatte, zog ich ab, so dass die langen Strähnen mir lose über die Schultern fielen. Von den ersten Tropfen des beginnenden Regens wurde der Schlamm, den ich mir zum Färben über die Hälfte reingeschmiert hatte, wieder rausgewaschen. Ich zog die Plane, die ich mir unterwegs geschnappt hatte, enger um die Schultern und schloss die Augen. Chiara würde kommen. Und ich war mir sicher, alle Spuren verwischt zu haben, hier sicher zu sein.

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Mikuri
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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 8:52 pm

Ungeduldig trat ich mit dem linken Fuß gegen eine poröse Wand der Gasse in der ich stand. Wo blieb er nur schon wieder? Die Zeit war schon um und es war ja nicht das erste Mal das Michael zu spät kam, weil er sich was getan hatte. Warum wollte er nur immer das ich auf ihn wartete, statt das ich mitkam?!
Ein wenig verärgert trat ich noch ein letztes Mal gegen die Wand, ehe ich mich auf die Suche machte. Er war nicht blöd und wusste das ich ihn suchen würde - wenn er also nicht gefasst wurde, dann versteckte er sich auf dem Weg von ihr bis zum Lazarett. Und dort hin gab es nur drei Wege, durch die Gassen, über die Dächer und über die Hauptstraße. Die Letzten Beiden fielen wohl weg, wenn er verletzt war und Angst hatte verfolgt zu werden. Dann also die Gassen? Ich lief los, zielstrebig - kannte ich diese Stadt doch schon so lange.
Da der Regen langsam einsetzte, legte ich noch ein Zahn zu, ehe ich ihn letztlich erleichtert entdeckte. Er sah ziemlich mitgenommen aus und schon von weitem sah ich sein Blut. Ich seufzte, er war wirklich der einzige Mensch auf dieser Welt der sich dauerhaft verletzen konnte - egal durch was...
Ich stieß einen vorsichtigen Pfeiffton an, ein Zeichen, dass ich mich näherte. Von der Straße war man es gewohnt immer vorsichtig zu sein - und ich wollte kein Messer abbekommen, nur weil er mich vielleicht für einen Verfolger hielt. Etwas unsanft kam ich vor ihm zu stehen und bückte mich zu ihm runter. "Was würdest du nur ohne mich tun?", murmelte ich beruhigend lächelnd. Im Grunde hatte er ja nie nach meiner Hilfe gefragt - irgendwann hatten wir uns einfach aneinander gewöhnt. Vorsichtig sah ich mir die Wunde an seiner Schulter an. Bedeutete sicher eine Menge Arbeit. "Komm, ich stütz dich." Die Tasche mit dem Diebesgut hing ich mir über und hob ihn mit der freien Hand auf die Beine. So wie er humpelte musste er wieder sein Knie angeschlagen haben. Umsichtig half ich ihm zurück, während etwas weiter entfernt an der Hauptstraße schwere Schritte zu hören waren. Hoffentlich fanden sie uns. Nicht jetzt, nicht hier.

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Sayamy
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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 9:14 pm

Ganz bewusst nahm ich sie nicht mit, bei was immer ich machte – jedenfalls nicht bei sowas. Einfach damit ihr nichts passierte, weil es leichter war sich alleine einzuschleichen. Und auch wenn ich verletzt war, es würde vergehen und die Beute hatte ich auch nicht verloren. So oft ich mich auch verletzte, bisher war ich jedes Mal durch gekommen, ohne größerem Schaden... mal abgesehen von meinem Knie, dass immer wieder Ärger machte. Mit einer Klinge bei der Hand und aufmerksam wartete ich auf Chiara, entspannte mich erst, als ich ihren leisen Pfeifton hörte. Sanft erwiderte ich ihr Lächeln – es sah auch schlimmer aus als es war, hatte ich mich doch mit Schweineblut eingeschmiert um überhaupt in das Lazarett zu kommen, wirkte im Regen auch der Schmutz wie Blut. Dankbar reichte ich ihr die Tasche, ließ mich von ihr hochziehen und stützte mich leicht auf sie. War ja nicht das erste Mal, dass sowas vorkam. Normalerweise merkte man von meinem Humpeln auch nichts, zumindest nicht beim normalen Laufen, täuschte ich gut darüber hinweg, doch wann immer ich es mir anschlug oder stärker belasten musste, machte es sich deutlich bemerkbar. Besorgt lauschte ich auf die schweren Schritte, drückte leicht ihre Schulter um anzudeuten, so schnell zu machen wie es mit mir machbar war. „Möglicherweise habe ich einen Offizier umgebracht“ murmelte ich ihr leise zu. Genau wusste ich es nicht und schon gar nicht ahnte ich, dass der hartnäckige Kerl, den ich abgehängt und verletzt hatte, nicht nur ein einfacher Offizier war, sondern jemand, den man eigentlich nicht so leicht los wurde und der von meiner Tat eher beeindruckt war als daran dachte, meiner kriminellen Laufbahn ein Ende zu setzen.

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Mikuri
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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 9:38 pm

Ich knarschte etwas mit den Zähnen. Eigentlich war ich weniger verärgert, dass er vielleicht jemanden umgebracht hatte, als das er uns damit in eine Situation brachte, die wir gar nicht gebrauchen konnten. Das letzte Mal hatte man ihn über Wochen steckbrieflich gesucht und wir mussten immer wieder das Lager wechseln, bis sich die Lage mal beruhigt hatte. Ich legte jedenfalls noch einen Schritt zu, lief aber nicht auf den direkten Weg zurück, sondern nahm komplizierte Umwege - versuchte unsere Spuren noch weiter zu verwischen, ehe wir endlich ankamen. Wir hatten unser Lager unten am Fluss. Es war ziemlich praktisch, denn so konnte man sich waschen und hatte immer was zu trinken. Außerdem behelligte man uns in diesem Teil nicht, da wir am Rande der Stadt lebten. Nur ein paar Häuser trennten uns von der großen Stadtmauer und dem Wassertor, dass sich nur ab und an für Fischer und fahrene Händler öffnete. Ich zog ihn etwas zum Wasser und half ihm dabei sich zu waschen, vorallem den ganzen Schlamm und das Blut loszuwerden. Dann schob ich ihn zurück zu unserer Behausung - die eigentlich nur aus einer aufgespannten Plane bestand, die man frontal zu ziehen konnte. Drinnen lagen nur ein paar verteilte Vorräte und mehrere Decken auf denen man Schlafen konnte. Mehr hatten wir nicht. Bevor er sich aber rein legte - befahl ich ihn schon fast hartnäckig sich das Oberteil auszuziehen und die Hose hochzukrempeln, damit ich mich um die Wunden kümmern konnte. Zum Glück hatte er ja etliche Kräuter und Pasten geklaut, mit denen ich jetzt zumindest arbeiten konnte. Die Messerwunde kam zu erst, auf die ich nur ein Blatt presste und das ganze dann provisorisch mit sauberen Stoff bandagierte. Wenn man lebte wie wir, dann musste man halt erfinderisch sein. Das Blatt würde jedenfalls die Blutung stoppen und ihn vor infektionen schützen. Über das Knie strich ich schließlich nur eine schmerzlinderne Paste. Ich war sicher kein Mediziner, konnte nur raten ob es was bringen würde. Einzig Ruhe und etwas Schlaf würden ihm wohl jetzt noch mehr helfen. "Bleib hier liegen und schone dein Knie. Ich besorg uns was zu essen.", meinte ich noch beruhigend und setzte an zu gehen.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 10:10 pm

Die Situation hier passte mir auch nicht, musste ich mich doch jedes mal bedeckt halten und wir am Ende wieder umziehen. Wenigstens passierte es nicht häufig, vermied ich es möglichst Schaden anzurichten, der für Ärger sorgte. Was den Weg anging, so vertraute ich ihr, kannten wir beide die Gassen doch aufs Detail. Zumindest schien uns keiner gefolgt zu sein. Der Regen verwischte weitere Spuren, dafür waren wir am Ende beide durchnässt. So viel Hilfe brauchte ich auch nicht, war schon froh den Schmutz los zu werden und wieder daheim zu sein. Hier war es auch trocken. Ohne zu fragen hörte ich auf ihre Anweisung, ließ sie machen. Gut, dass ich neben der speziellen Medizin alles mögliche gegriffen hatte. Die Bestandsaufnahme sah auch gut aus – mein Knie brauchte hauptsächlich Kühlung und wenn die Salbe anschlug, könnte ich mich fast normal bewegen. Der verletzte Arm tat weh, wenn ich ihn heben musste, damit kam ich aber klar, war beidhändig veranlagt. Ich bat Chiara nur darum, auch auf meine Brust etwas zu schmieren, in anbetracht an das angeknackste Gefühl. Liegen bleiben und ausschlafen war das beste, was ich jetzt tun konnte. Bevor ich Chiara gehen ließ, drückte ich ihr aber eine ordentliche Klinge und ein paar der gesparten Münzen zu – besser wenn sie jetzt nicht durch Stehlen noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zog. „Sei vorsichtig“ meinte ich nur mit einem Lächeln, wusste ja dass ich sie nicht daran erinnern musste.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 10:23 pm

Natürlich folgte ich seiner Bitte und verteilte auch etwas auf seiner Brust. Man sollte nie zu sparsam mit Medizin umgehen, dass hatte ich in unserem ersten gemeinsamen Winter gelernt. Etwas unsicher, nahm ich die Münzen entgegen, wies die Klinge aber ab und legte sie ihm zurück. Lieb gemeint, doch ich hatte selbst stets eins dabei und würde nirgends hingehen, wo ich auch ein zweites brauchte. Davon abgesehen - würde er es vielleicht dringender brauchen. Ich band mir rasch die langen Haare zu einem Zopf zusammen und steckte sie unter die Kleidung, sodass ich mir die Kaputze überziehen konnte. So wären sie trocken und ich würde nicht allzu sehr auffallen auf dem Marktplatz. Blaue Haare vergass man nicht so schnell, besonders wenn die blauen Haare zu einer Diebin gehörten. "Bin gleich wieder zurück.", antwortete ich nur auf seine Mahnung hin vorsichtig zu sein. Ich hieß ja nicht Michael und verletzte mich ständig irgendwo. Den Beutel eingesteckt, lief ich schließlich durch die Gassen, hielt mich möglichst überdacht, um nicht allzu nass zu werden - ehe ich schließlich die Hauptstraße erreichte und zum Markt lief. Es waren nun weniger Menschen draußen als noch heute morgen - dafür jede Menge Soldaten. Ich bekam ein mieses Gefühl dabei soviele von ihnen zu sehen. Waren sie wirklich alle hinter Michael her? Abwesend betrat ich die Bäckerei - bei dem ich noch nie geklaut hatte. Es brauchte immer einen Laden wo man noch nie negativ aufgefallen war, damit man im Notfalls auch noch was kaufen konnte. Der Besitzer jedenfalls kannte mich schon, schickte mich nicht weg wie viele andere, sondern überreichte mir für ein paar Münzen einen großen Brotleib. Natürlich wäre dieser frisch viel teurer gewesen - unbezahlbar für uns - doch die Wahre war abgelaufen, vermutlich hart geworden, doch es machte einen satt und ungefährlich. Dankbar bezahlte ich und verlies das Geschäft.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 10:48 pm

An den ersten Winter erinnerte ich mich auch noch – da hatte ich mir mein schlechtes Knie böse verletzt und weil wir es praktisch nur verbunden hatten, setzte sich eine Entzündung darin fest. Ich hatte wochenlang hohes Fieber und konnte es danach nicht mehr richtig bewegen. Jetzt war es eine Erinnerung daran, nicht an den falschen Enden zu sparen. Das sie meine Klinge zurück wies war nichts schlimmes, wusste ich doch das sie längst alleine klar kam, nur war sie wie eine Schwester für mich und ich wollte nicht, dass ihr etwas passierte. Achtsam sah ich deswegen auch zu, wie sie sich fertig machte – irgendwann würde ich es schaffen, einen Ort zu finden, wo sie sich nicht verstecken musste. Wann immer ich die Zeit hatte, hörte ich mich um wie es woanders war.
Als sie weg war lehnte ich mich mit einem Seufzen zurück, zog eine der Decken um mich. Schlafen wollte ich nicht, schloss aber die Augen und ging das Ereignis am Lazarett nochmal durch. Außer dem Offizier hatte ich niemanden ernsthaft verletzt und ich war mir relativ sicher, dass es nicht tödlich gewesen war. Ich hatte ja kaum gezielt, ihn einfach nur aufhalten und lange genug loswerden wollen um wegzukommen. Was ja auch funktioniert hatte. Dennoch sollte es keinen zu großen Aufriss geben, hatte ich doch vorab nichts davon gehört, dass irgendwelche wichtigen Leute in der Stadt unterwegs waren. Außerdem hatte ich mich wie immer verkleidet, würde nicht einfach zu erkennen sein. Mit meinem leicht exotischem Aussehen achte ich da genauso drauf, wie Chiara darauf ihre Haare zu verstecken.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 10:59 pm

"Hast du gehört? Der Sohn des Fürsten wurde heute morgen erstochen im Lazarett aufgefunden...", flüsterten sich zwei Kaufleute einander zu. Eigentlich hätte ich dem Ganzen ja kein Gehör geschenkt, doch die Tatsache das Michael dort war, beunruhigte mich stark. "Weiß man wer es gewesen ist? Die Tangralis?" Der Name sagte mir nichts - ich lauschte zwar öfters mal bei Leuten um informationen zu bekommen - doch die Welt außerhalb dieser Stadt war mir gänzlich unbekannt. "Nein, aber es wurden Dinge gestohlen. Vielleicht ein Raubmord? Die Wache sucht den Täter bereits in der ganzen Stadt." Das hörte sich wirklich gar nicht gut an und bevor ich noch mehr aufschnappen konnte, lief ich bereits los in die Gassen. Ich glaubte nicht daran das er wirklich jemanden getötet hatte - auch wenn er sagte das er einen Offizier angegriffen hatte. Doch es war einfacher ihm alles in die Schuhe zu schieben, einem einfachen Straßenjungen würde man wohl kaum glauben.
Ich rannte, kletterte und nutzte die Däche - wusste das man bei sowas keine Stelle der Stadt ungesucht lassen würde. Und tatsächlich, aus der Ferne - einige Minuten entfernt - sah ich wie sich ein Trupp Soldaten unserem Versteck näherten.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 11:18 pm

Was immer erzählt wurde, ich hatte sicher nicht den Sohn des Fürsten kaltblütig umgebracht – dazu hätte ich überhaupt keinen Grund. So schlecht meine Lebensverhältnisse auch waren, ich gehörte nicht zu denen, die den Adelsstand für alles verantwortlich machten. Aber ich war dort gewesen und ich hatte jemanden verletzt, mir noch etwas mehr anzuhängen wäre nicht schwer. Nur das mir für einen einfachen Raub allenfalls Monate im Arbeitslager drohten, während der Mord eines Adeligen mir einen schmerzhaften Tod vor der Öffentlichkeit bescheren würde. Das Chiara schnell wieder zurück kam war lobenswert, doch ich hätte ihr sicher geraten, abzuhauen solange es ging. Den Trupp bemerkte ich auch, war alleine immer wachsam und als deutlich wurde, dass sie in meine Richtung kamen weglief. Nicht weit, dazu war ich nicht in der Lage – ich nutzte einfach den Regen um mich verborgen zu halten, solange sie weit genug weg waren um nicht alles zu sehen. Mein Versteck war dann nur eine leichte Unterhöhlung des Ufers, hatte ich mich dort hinunter rutschen lassen und kauerte jetzt unter dem Überhang, trotz Schmerzen die Beine dicht angezogen, knapp an der steigenden Wasserkante. Was Sicherheit anging nicht die beste Wahl, doch die meisten würden eher Richtung Stadt fliehen, zwischen die nahen Häuser wo man sich in verworrenen Gassen eher verlieren konnte. Mit etwas Glück zerwühlten sie nur das Lager und schauten hier nicht nach... selbst wenn, könnte ich immer noch alles abstreiten, hatte ja völlig anders ausgesehen.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   So Okt 29, 2017 11:33 pm

Unweit der Wache und unserem Versteckt legte ich mich flach auf das Dach und beobachtete wie die Soldaten das Versteck durchwühlten und darunter auch die Medizin fanden. Zum Glück schien Michael nicht da zu sein - verkleidet oder nicht - das Diebesgut hätte ihn sicher überführt. Während der Großteil der Truppe bereits in die Gassen wieder abzog, blieb eine Wache mit einer Fackel dort und zündete das Innenleben an. Mit zusammengebissenen Zähnen musste ich zu schauen, wie all unser Besitz sich trotz des Regens in Flammen auflöste. Auch wenn der Regen das Feuer eindämmen würde - vorallem da zu erwarten war, dass er bald noch stärker werden würde - wollte der Soldat wohl kein Risiko eingehen, nahm den Eimer und ging zum Wasser hinüber, nur um eine merkwürdige Entdeckung zu machen. Er zog seine Waffe. "Hey du! Komm da raus! Was versteckst du dich hier häh?" blaffte er den Jungen an, den er nahe am Wasser entdeckt hatte. Doch er kam nicht weit. Gerade wollte er auf den Jungen zu gehen und hätte sonst was mit ihm gemacht - da röchelte er plötzlich etwas. Eine blutverschmierte Schneide guckte aus seinem Hals hervor und immer mehr Blut spritzte auf das Kettenhemd und den Untergrund. Erst als sie herausgezogen wurde - verdrehten sich seine Augen krampfhaft und sein Leib fiel ins Wasser - fortgetragen, bis er durch die Strömung nach unten gerissen wurde. Mein Blick sprach Bände - die Hände zittrig um das blutverschmierte Messer verkrampft. Ich hatte noch nie getötet. Schon öfters hatte ich mich wehren müssen, doch meistens reichte es vollkommen das Messer nur zu ziehen um eine Situation zu entschärfen. Immer hatte ich mir eingeredet das es mir nichts ausmachen würde, doch im Moment sitzte der Schock etwas tief. Der zunehmende Regen spülte rasch das Blut von meine Händen und dem Messer, während ich einfach nur nach Atem ringend Michael anstarrte. "Wir müssen weg. Die suchen dich überall...", stieß ich schließlich aus und steckte wieder gefasster die Waffe weg.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mo Okt 30, 2017 12:18 am

Während unser Lager durchwühlt wurde, regte ich mich nicht, atmete nur flach und zwang mein Herz ruhig zu schlagen. Als der Feuerschein sich auf dem Wasser spiegelte, schloss ich die Augen. Das hätten sie nicht tun müssen. Erschrocken war ich dann, als sich doch noch Schritte näherten, griff nach einem Messer – antwortete nicht, sondern wartete ab bis er nahe genug wäre um ihn zu verletzen. Nur kam es dazu nicht, griff Chiara vorher ein. Schuldgefühle flammten in mir auf, hatte ich ihr nie gewünscht so etwas tun zu müssen, bereute es sie überhaupt da mit reingezogen zu haben. Ich blickte sie mit diesem sanften Blick an, der nur für sie bestimmt war, kraxelte aus der kleinen Höhle. Völlig verschmutzt war ich jetzt auch wieder. Und meinem Knie hatte es gar nicht gut getan, so schnell schon belastet und und dicht angezogen angespannt zu werden. Ich konnte kaum auftreten, verzog das Gesicht und stützte mich sofort auf sie. Fliehen? Wäre so kaum möglich.
„Ihr werdet nicht weit kommen“ Eine ruhige Stimme unterbrach unser stilles beisammen sein. Ich zuckte zusammen, drehte mich um und zog Chiara hinter mich – alter Beschützerinstinkt. Das ich nicht bemerkt hatte, wie jemand dazu kam, beunruhigte mich, war ich doch sonst aufmerksam genug, dass mir kaum etwas entging. Sofort ging ich auch unsere Optionen durch – wenige Waffen, ich zu verletzt zum kämpfen, Flucht schwierig, keinerlei Vorräte, erhöhte Gefahr auf den Straßen – unterzog auch den Fremden einer raschen Musterung... und stockte. Der Offizier von vorhin. Nur dass er jetzt eine mir fremde Uniform trug und ihn eine Aura umgab, die mich dazu brachte nach Chiaras Arm zu greifen und sie aufzuhalten anzugreifen oder abzuhauen. Diese Ausstrahlung deutete tödliche Präzision an. Noch ohne zu antworten flog mein Blick über ihn und ich registrierte, dass er seine Waffe in der rechten Hand deutlich loser hielt – das leichte Lächeln schlich sich von ganz allein auf meine Lippen. Hatte ich doch getroffen. Mochte wetten, dass es direkt im Oberarm war, ausgehend von dem Winkel wie er den Arm hielt. Mein fokussierter Blick schien ihn eher zu beunruhigen, blickte er mich doch abwägend an. Als würde er etwas gefährliches in mir sehen. Einen Funken. „Was für eine Verschwendung von Talent“ murmelte er leise, auch auf Chiara bezogen so wie sein Blick wanderte. Und dann steckte er die Waffen weg und trat näher, was instinktiv dafür sorgte, dass ich mich anspannte. „Wenn ihr leben wollt, kommt ihr mit. Einmaliges Angebot.“ Mein Blick hing an Chiara – ich wusste nicht was dieser Kerl vorhatte, doch eine Flucht war für mich nicht möglich. Wenn ich nicht sterben wollte, musste ich annehmen. Sie hatte eine Chance sich zu entscheiden, zu entkommen, war längst gut genug ein eigenes Leben zu führen. Vielleicht schaffte sie es sogar aus der Armut heraus. Wortlos vermittelte ich ihr das, löste meine Hand und hielt nur noch sacht ihre Hand, änderte meine Körperhaltung unmerklich, so dass ich in Richtung des Fremden lehnte.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mo Okt 30, 2017 12:32 am

Etwas erschrocken über die plötzliche neue Präsenz reagierte ich nicht so schnell wie Michael und ließ mich eher unfreiwillig hinter sich ziehen. Doch kaum war ich wieder ganz bei mir, stellte ich mich mit dem Messer in der Hand neben ihm auf - misstrauisch den Fremden beobachtend. Er gehörte nicht zur Wache. Und das erkannte man nicht nur an der Uniform, sondern an seinem Verhalten. Es senkte jetzt nicht meine Verteidigungshaltung - doch ich traute ihm mehr als der Stadtwache. Er strahlte selbstsicherheit auf, keine überhebliche - sondern eine gefährliche. Es war deutlich zu sehen, selbst mit unserer Erfahrung auf der Straße hätten wir nicht einen Hauch einer Chance gegen ihn. Als er näher kam, verengten sich meine Augen, dass Messer fest im Griff. Ein Angebot? Auch ich überlegte unsere Möglichkeiten - eine Flucht wäre unmöglich, der einzige Ausweg wäre das Wasser und wohl kaum das wir es bei der Strömung überlebten. Michael erkannte das und gab mir zu verstehen, dass er mit ihm kommen würde. Natürlich hätte ich jetzt einfach ohne ihn rennen können. War schnell, flink, konnte jeden Verfolger abschütteln wenn ich alleine war. Doch was würde aus ihm werden? Er war meine einzige Familie. Also hatte ich meine Wahl getroffen. "Wir kommen mit.", bestätigte ich und steckte das Messer wieder weg, drückte Michaels Hand wieder fester und beobachtete immer noch misstrauisch den Mann, der nun recht zufrieden schien.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mo Okt 30, 2017 1:20 am

Das Chiara zu mir hielt, nicht nur indem sie neben mir stand, bereit mich mit dem wenigen zu verteidigen, was wir aufbieten konnten, sondern auch weil sie sich entschied mit zu kommen. Ich wusste, wie wenig sie Fremden traute und dass sie ihr eigenes Können unterschätzte, ich sie auch in einiges nicht eingebunden hatte, weil sie für mich immer noch ein bisschen das kleine, verhungernde Mädchen war. Nur mit einem leichten Nicken stimmte ich ebenfalls zu, war gegenüber unbekannten weniger gesprächig. Wie es jetzt weiter ging, lag an dem Fremden. Der zog erstmal seinen Schal ab, ehe er ihn mir um den Kopf wickelte, mein Aussehen so verbarg. Dann übernahm er es mich zu stützen, was auch besser funktionierte, weil er ein Stück größer und deutlich kräftiger war, mein Bein so eindeutig entlasten konnte. „Ich bin Ferran“ stellte er sich wenigstens vor, führte uns dann zurück Richtung Stadt. Angespannt wartete ich darauf, was passieren würde, als wir an den Soldaten vorbei kamen – doch die beachteten uns gar nicht, schienen Ferran bewusst zu übersehen. Und uns mit. Ehrlich gesagt verschaffte ihm das ein Stück meiner Achtung und ich würde auch gerne diese Ausstrahlung haben, die Autorität einfach hingehen zu können wo ich wollte. Sichtlich erstaunt war ich von der Gegend in der wir landeten, zählte dieses Viertel doch fast schon zum Adel. Das Haus, dessen Tür er mit mehreren Schlüsseln öffnete, hatte ganze 3 Stockwerke, komplett Fachwerk mit Stein und dem Luxus einen Garten mit Mauer als Abstand zu den Nachbarn zu haben. War das ein Bach, den man im Hintergrund hören konnte? Kurz fragte ich mich tatsächlich, ob das wahr war oder ich nicht schon Fieber hatte – aber dann waren wir im Warmen, im Trockenem und Ferran brachte uns beide in ein großes Zimmer, mit Buntglasfenstern, Platz um Sachen zu verstauen, Bücherregal, zwei bequemen Betten, Tisch mit Bank. Auf selbiger wurde ich abgesetzt, froh mich nicht weiter bewegen zu müssen.
Was Ferrans Versuch anging sich meine Verletzung anzusehen, so zuckte ich aber weg, funkelte ihn so bissig an, dass er leicht die Hände hob. „Alles gut – ich habe nicht vor, euch etwas zu tun. Aber das klären wir wohl besser morgen...“ Ein wenig kam es mir so vor, als wäre er mit der Situation überfordert, unsicher wie er sich uns gegenüber verhalten sollte. Kurz fuhr er sich durch die gräulichen Haare, stand dann auf. „Das ist jetzt euer Zimmer und wird es auch für eine Weile bleiben. Nebenan ist das Bad, im Schrank sind saubere Sachen und in der Schublade noch etwas zu essen. Ruht euch aus.“ erklärte er noch, dann ließ er uns allein. Wie von außen ein lautloses Schloss betätigt wurde, welches uns hier einsperrte, konnten wir nicht hören – Ferran meinte das auch nicht böse, wollte nur sichergehen uns nicht zu verlieren. Ich blickte zu Chiara. „Was denkst du – heißes Bad?“ schlug ich vor. Dagegen sauber und im Inneren warm zu werden, hatte ich wirklich nichts, bräuchte nur ihre Hilfe. Egal was man hier mit uns vorhatte, es sprach nichts dagegen die Annehmlichkeiten auszunutzen.

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Zuletzt von Sayamy am Mo Okt 30, 2017 7:59 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mo Okt 30, 2017 2:24 am

Auch wenn er sich recht freundlich vorstellte, sah ich keinen Grund dazu selbiges zu tun - und Michael genauso wenig. Fast wäre ich ihn noch angegangen, als er ihm half, doch ich wusste dass er ihn besser stützen konnte. Umsichtig folgte ich den Beiden, die Haare immer noch verdeckt. Immer wieder schaute ich mich störrisch nach Wachleuten um und musterte die wenigen die wir trafen sehr unbehaglich. Doch man ließ uns offensichtlich zu frieden. Überrascht war ich dann aber auch, als wir das obere Viertel erreichten. Für uns Straßenkinder war es tabu, niemand traute sich dort hin und die wenigsten die es doch machten, kamen entweder nie zurück oder waren so lediert - dass sie kein Wort darüber verloren. Dementsprechend hatte ich auch etwas Angst. Doch kaum waren wir in einem der Residenzen fiel Unsicherheit zu Gunsten von Erstaunen. Es war so gemütlich warm, dass es mich schon gar nicht mehr kümmerte wie durchnässt ich war. Das unsere Schuhe nun eine Menge Dreck in das Haus brachten schien ihn jedenfalls auch nicht wirklich zu stören. Man brachte uns in ein großes, gemütliches Zimmer - so etwas hatte ich noch nie gesehen. Die Einzigen Häuser in denen ich war, lagen am Marktplatz und im Armenviertel - und die waren nicht gerade beschaulich. Als Ferran sich an Michael zu schaffen machen wollte, knurrte ich sogleich und hielt eine Hand an den Griff meines Messers. Wir mochten vielleicht keine Chance haben, aber es würde mich nicht abhalten ihm so oft das Messer in den Körper zu rammen, bis Michael erfolgreich fliehen konnte. Zu seinem Glück ließ er ab und auch ich lockerte etwas mein Verhalten. Schließlich ließ er uns alleine und Michael schlug ein warmes Bad vor. "Das wäre toll. Ich bin komplett durchnässt.", meinte ich und zog bereits Schuhe samt Strümpfe aus, da das Gefühl von Wasser an den Sohlen mega unangenehm war. Dann schaute ich kurz ins Bad und bemerkte die große metallische Wanne, die bereits gefüllt zu sein schien. Sie war groß genug für uns Beide. Vorsichtig tauchte ich einen Finger rein und zuckte leicht, als das heiße Wasser an meiner Haut brannte. "Wann hatten wir das letzte Mal ein warmes Bad?", murmelte ich entzückt, als ich zurück kam und half ihm sich ins Bad zu begeben. Auch beim entkleiden unterstützte ich ihn, half ihm beim reinsteigen, ehe ich mir selbst die Kleidung vom Leib striff und folgte. Wir kannten uns nun schon so lange, dass ich keinerlei Scham dabei empfand mich vor ihm zu entblößen. Genüsslich tauchte ich bis zum Hals unter, passte dabei auf nicht mit meinem Beinen gegen sein Knie zu kommen und entspannte sichtlich. "Ich trau ihm nicht, aber wenn er uns was böses will, warum sollte er uns dann sowas geben.", fragte ich mich etwas hin und her gerissen. Seine Motive waren mir so unschlüssig wie sein Verhalten.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mo Okt 30, 2017 8:51 am

Nie hätte ich gedacht je dieses Viertel zu betreten, würde hier nicht mal Taschendiebstahl begehen, weil die Chancen mehr zu erbeuten zwar höher war, damit aber auch das Risiko. Allein um nicht aufzufallen müsste ich vorher an Sachen kommen, die so viel kosteten wie Wochen an Essen. Erstmal im Haus entspannte ich dann auch etwas, konnte gar nicht anders, auch wenn Ferran uns immer noch etwas antun könnte, hier sogar eher als draußen auf offener Straße. Zumindest schien er Verständnis dafür zu haben, dass wir misstrauisch waren, gut gemeinte Hilfe Vertrauen nicht ersetzte. Dann waren wir allein und wie Chiara entledigte ich mich der durchtränkten Schuhe, wobei der meiste Schutz schon auf dem Weg durchs Haus abgetreten – wir waren hier immer hin im zweiten Stock, im hinteren Teil des Hauses.
„Als wir vor zwei Jahren den Sommer in den Bergen verbracht und die heiße Quelle entdeckt haben“ erinnerte ich sie. War schon eine Ewigkeit her. Die Quelle hatte meinem Knie auch sehr gut getan, war irgendwas im Wasser, dass einfach half. Nur konnten wir dort nicht bleiben, gab es nicht genug um sich selbst zu versorgen, gehörte es zu den Ländereien irgendeines Adeligen, weswegen sogar Jagen für uns dort verboten war. Und wir beide waren auch keine Bauern, wollten nicht ewig ein Leben in einer anderen Art von Armut führen. Mit ihrer Hilfe kam ich dann auch aus den Klamotten raus, ließ mich vorsichtig und mit einem Seufzen ins Wasser gleiten. Daran vor ihr nackt zu sein störte ich mich schon lange nicht mehr, hatten wir uns längst gegenseitig in allen erdenklichen Lebenslagen gesehen. Für den Moment tat das warme Wasser einfach gut, wärmte mich endlich richtig durch und ließ auch die Schwellung am Knie zurück gehen. Die Augen geschlossen entspannte ich mich, hörte ihr aber weiter hin zu. „Wenn er uns ausliefern wollte, hätte er das längst tun können“ meinte ich. „Aber er weiß irgendwas – er war der Offizier, den ich verletzt hab. Am Oberarm. Bin mir nur sicher, dass er kein Offizier ist...“ Was genau Ferran war, wusste ich auch nicht, doch es hatte mich beeindruckt. Zu viele Gedanken machte ich mir aber auch nicht, nahm dann die Seife und schrubbte mich gründlich sauber. Besonders froh war ich darüber, meine Haare mal gründlich waschen zu können, weigerte ich mich doch sie kurz zu tragen, obwohl das praktischer wäre. Nachdem ich mein Knie eine Weile massiert hatte, war es auch schon besser, konnte ich es zumindest wieder beugen. Zwei, drei Tage Ruhe, dann wäre das in Ordnung, so gut wie es eben werden würde.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mo Okt 30, 2017 1:18 pm

Seiner Aussage nach zu urteilen beschlich mich ein etwas merkwürdiges Gefühl und ich teilte meinen Verdacht mit ihm. "Ich war eigentlich nur so schnell wieder zurück, weil ich Leute belauscht hatte.", gab ich offen zu und hatte ebenfalls die Augen geschlossen. "Die haben was von nem Mord geredet - im Lazarett. Von dem Sohn des Fürstens oder so. Ich wusste zwar, dass du das nicht warst - aber sicher hätte man es dir angehängt.", murmelte ich, öffnete die Augen und sah ihm zu. "Vielleicht ist er ja der Mörder?" Nicht das es mich sonderlich schockierte - konnte es mir sogar gut vorstellen. Doch warum sollte er uns dann mitnehmen? Schuldgefühle? Aber er kannte uns doch kaum - abgesehen davon das es ihm doch egal sein konnte, was mit uns war. Als er mit der Seife fertig war, nahm ich sie entgegen. Ich brauchte dafür noch etwas länger, bis nicht nur die Haut wieder glänzte, sondern auch die Haare. Waren sie vorher noch in einem matt blau - hatten sie jetzt wieder einen schönen, leuchtenen Farbton. Noch ein paar Minuten verbrachte ich entspannt in dem Bad, ehe ich langsam zu schrumpeln begann und daher ausstieg und mich mit einem Handtuch abtrocknete. Eine Weile ließ ich den Jungen noch drin, schaute mir erst noch an, was in dem Schrank für Sachen war. Auf keinem Fall wollte ich die Sachen verlieren, die ich vorher getragen hatte - dafür waren sie zu praktisch. Doch sich jetzt schmutzige und vorallem nasse Sachen anzuziehen wäre nicht angenehm. Ich nahm mit Unterwäsche, kurze Shorts und ein Leinenhemd heraus, dass mir eigentlich ne Nummer zu groß war und zog alles über - nahm dann noch selbiges für Michael raus, nur mit dem Unterschied das seine Hose ein Stück weit länger war. Ich legte die Sachen ins Bad und half ihm dann raus. "Mir fällt ein das ich vor Schreck das Brot irgendwo bei unserem Versteck hab fallen lassen, dass ich gekauft hab.", beichtete ich ihm etwas zaghaft. Es war immerhin schwer verdientes Geld - wo nicht selten Blut dran klebte. "Ich hoffe er hat wirklich was zu essen."

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mo Okt 30, 2017 4:41 pm

Nachdenklich hörte ich ihrer Erzählung zu, ging ein weiteres Mal das Geschehen durch. Uns fehlte Ferrans Puzzlestück. „Wenn er dort war und sich als Offizier ausgegeben hat, kann das gut sein...“ schlussfolgerte ich langsam. Nicht das ich ein Problem damit hatte. „Und dann hat er definitiv gesehen, was ich gemacht hab, das Chaos vielleicht sogar genutzt... oder verursacht. Er war dann plötzlich da, nachdem ich aus dem Fenster gesprungen bin und ist mir in die Gasse gefolgt – dachte er wäre einfach ein dazu gekommener Soldat und wollte mich verfolgen, sonst hätte ich nie ein Messer auf ihn geworfen. Keine Ahnung ob er was gesagt hat, ich wollt einfach nur weg... aber so schnell wie er da war und uns gefunden hat, habe ich ihn wohl gar nicht abgehängt und er uns die ganze Zeit beobachtet.“ Ziemlich sicher wollte er irgendwas von mir, hatte ja auch von Talent gesprochen. Nur Talent wofür?
Als Chiara aus der Wanne stieg um sich abzutrocknen und Sachen rauszusuchen, ließ ich mich eine Weile ganz unter Wasser rutschen, hielt den Atem an, beruhigte meinen Herzschlag und zählte die Sekunden ab. Es half die Gedanken zu verbannen, die in meinem Kopf kreisten. Die Aussicht auf trockene Sachen brachte mich dann doch dazu, dass warme Wasser zu verlassen und mich gründlich abzutrocknen. Um einen Kamm konnte ich mich später noch kümmern, deutete dafür leicht auf ein Regal, wo Verbandszeug lag, zusammen mit hochwertigen Salben und Tinkturen. Wenigstens die Stichwunde musste noch verbunden bleiben. Deswegen ließ ich das Hemd auch offen, damit sie ran kam, zog sie bei der zaghaften Beichte aber in eine Umarmung, vergrub das Gesicht an ihrer Schulter. „Ich bin doch nur froh, dass dir nichts passiert ist“ murmelte ich. Geld war mir egal, wenn es um sie ging, ebenso wie Essen – eher würde ich hungern als ihre Sicherheit zu riskieren. Wie eigentlich schon seit wir uns kannten, als ich ihr die Hälfte meines vertrocknetem, gestohlenem Brotes abgab, weil sie mich so an mich selbst erinnerte, ich auch an ihrer Stelle hätte sein können. Und hier mussten wir uns wirklich keine Sorgen machen, hielt Ferran anscheinend seine Versprechen, denn in der Schublade waren neben Käse und Rauchwurst sogar mehrere Gläser mit eingewecktem - Obst, aber auch Eintopf und Curry, alles mit gutem Gemüse und Fleisch, teuren Gewürzen.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Di Okt 31, 2017 9:58 am

Ohne groß zu zögern, half ich ihm bei behandeln der Wunde. Zunächst entfernte ich den alten Verband, schmierte sie mit einem Wundbalsam ein und verband die Wunde diesmal mit richtigen Verbänden um den ganzen Oberkörper. Es war nur laienhaft - aber Michael verletzte sich so oft - dass ich niemals aus der Übung kam. Zum Glück war es bisher noch nie schlimmer gewesen, als vielleicht ein Bruch oder ähnliches. Ein wenig war ich froh, dass er mir nicht böse war wegen dem Essen. Umso besser, als wir die die Vorräte entdeckten, die Ferran uns hinter lassen hatte. Hungrig teilte ich die Sachen in gleich große Portionen und begann meine zu verdrücken. Ich hatte schon länger nichts mehr im Magen gehabt - kam mittlerweile auch ganz gut ein oder zwei Tage ohne Nahrung aus - doch ab und zu war das Gefühl einfach zu stark. Gesättigt lehnte ich mich zurück und entschloss mich kurzer Hand, mich auf das weiche Bett zu legen. Anders als unsere Decken, war es weich und tat unglaublich gut am Rücken. Ein sehr entspanntes Gefühl. "Das könnte ruhig noch eine Weile so sein...", murmelte ich zufrieden. Vielleicht war diese Ferran ja wirklich kein schlechter Mensch? Vorsichtig sein würde ich jedoch weiterhin - man wusste ja nie.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Di Okt 31, 2017 10:27 am

Geduldig ließ ich sie machen, vertraute ihr – vielleicht hatte sie sich alles selbst beigebracht, aber deswegen war es nicht schlechter. Und ich hatte wirklich ein Talent dafür mir etwas anzutun, meistens nicht mal mit Absicht. Es passierte einfach. Ich stolperte und verstauchte mir den Knöchel, rutschte beim Klettern ab und schürfte mir die Hände auf, zerkratzte mir das Gesicht beim Beeren sammeln, bekam bei Barspielchen ein Messer durch die Hand, rannte auf der Flucht in die Wurfbahn von Speeren und Messern oder streifte gleich ein ausgestrecktes Schwert. Dabei war ich sonst so agil und geschickt, doch manchmal schien ich zu viel Energie zu haben, überschätzte mich und überstürzte Sachen. Das war sicher auch, was Ferran gesehen hatte – rohes Potenzial, dem nur Anleitung fehlte.
Ebenso wie Chiara bediente ich mich gründlich am Essen, kaute nur langsam und gründlich um meinen Magen nicht zu überfordern. Beim Bett zögerte ich dann doch. Da waren zwar zwei, aber beide waren einzeln schon größer als unser Lager und sie standen fast zwei Meter auseinander. Bis auf die kurze Zeit zwischen dem Verlust meiner Familie und der Begegnung mit Chiara hatte ich eigentlich nie allein und so weit weg von irgendwem geschlafen. Angesichts meiner Panik vor Feuer war das im Winter auch nötig, weigerte ich mich doch nah genug an welchem zu schlafen um wirklich warm zu werden. Hier war das zwar kein Problem, aber die Nähe zu ihr wollte ich trotzdem nicht missen. „Wenn er auch nur einmal versucht dir etwas anzutun, bring ich ihn um, egal was es braucht.“ entgegnete ich, wollte die Ruhe aber sicher nicht stören. Und setzte mich dann auch neben sie aufs Bett, nahm den Kamm vom Nachtkästchen und fing an sanft ihre Strähnen zu kämmen, von wochenlangen Fitzen zu befreien.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Di Okt 31, 2017 10:45 am

Ich machte ihm Platz, damit er sich ohne Probleme auf das Bett legen konnte. Genau wie ihm, war es auch mir unangenehm so weit weg von ihm zu schlafen. Wir hatten über Jahre zusammengelebt, jede Nacht den selben Unterschlupf geteilt - es würde jetzt nicht einfach anders gehen. Auf seine Bemerkung lachte ich dann aber scherzhaft. "Keine Sorge. Sollte er das bei dir oder mir versuchen, bin ich schneller als du.", meinte ich leise. Ich hatte nicht seine Energie, die ihn antrieb - doch wenn ich mir etwas in den Kopf setzte, würde man es mir nicht mehr ausreden können. Den Preis hatte die Wache bereits gezahlt, als sie es wagte Michael etwas antun zu wollen. Ein wenig überrascht schaute ich ihm dann aber bei seiner Arbeit zu, ließ ihn an meinen Haaren arbeiten, ohne etwas dagegen zu sagen oder zu nörgeln. Auch wenn mir meine Haare nicht mehr als Ärger bisher eingebracht hatten - so konnte ich es einfach nicht übers Herz bringen sie zu kürzen oder zu färben. Es war - als erinnerten sie mich daran dass ich jemand war. Das ich, ICH war. Schwierig zu erklären, wenn man es selbst nicht wirklich wusste. "Vielleicht sind sie ja etwas zu lang?", murmelte ich nur etwas zu mir selbst. Doch es riss mich aus meinen Gedanken, als es an der Tür klopfte und sie geöffnet wurde. Ob Ferran zurück war?

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Di Okt 31, 2017 11:25 am

Sollte sie äußern, dass es ihr unangenehm war, würde ich sie sicher nicht bedrängen – mir war durchaus bewusst, dass wir keine Kinder mehr waren. Aber wir kannten uns so lange, brauchten keine Worte, keine Fragen, reichten kleinste Gesten für stilles Einverständnis. „Nur solange ich verletzt bin“ entgegnete ich schelmisch bei ihrer Ansage. Bei mir war es ja eigentlich ein Dauerzustand, doch im Grunde waren wir gleich gut, hatten nur verschiedene Stärken. Was ihren überraschten Blick anging, so lächelte ich nur sanft. Das Kämmen bei langen Haaren eher eine Qual war wusste ich aus eigener Erfahrung, machte das gern für sie. Vor allem weil wir sonst nie dazu kamen und sie sich immer deswegen verstecken musste. „Ich mag sie so“ entgegnete ich leise auf ihr Gemurmel hin. Nie würde ich Chiara bitten ihre Haare abzuschneiden oder zu färben, wenn sie das nicht wollte. „Und wenn du sie abschneidest, hab ICH am Ende noch die längeren“ Meine reichten ja auch über die Schultern, hatten kämmen auch nötig – und wie sie, wollte ich sie nicht abschneiden, weil es zu mir gehörte. Wenn es wieder nötig war mich zu verkleiden, war es natürlich auch praktisch, könnte ich mich notfalls sogar als Mädchen ausgeben.
Als die Tür ging schaute auch ich sofort auf, nahm die Hände von ihren Haaren und bewegte sie unauffällig zu meinem Messer. Das es tatsächlich Ferran war, beruhigte mich nur wenig – noch wussten wir nicht, was er vorhatte. Ich fragte mich, ob in dem Haus noch mehr Leute lebten. Wie wir hatte auch er sich anscheinend frisch gemacht, lockerere Sachen angezogen und augenscheinlich seine Verletzung versorgt. Es überraschte mich etwas, wie jung er war, höchstens 10, 15 Jahre älter als wir. Angesichts seiner Erfahrung hatte ich ihn älter geschätzt, jetzt fragte ich mich hauptsächlich, zu welcher Einheit er gehörte. Das wir zwei hier so auf dem Bett beieinander sitzend wie ein Paar wirkten, interessierte mich nicht. Sollte er doch denken, was er wollte.

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Zuletzt von Sayamy am Di Okt 31, 2017 3:17 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Di Okt 31, 2017 11:43 am

Auch meine Hände wanderten vorsichtshalber zu dem Messer auf dem Bett und verharrten so. Ich würde nicht grundlos angreifen, jedoch auch nicht zögern, wenn er uns einen gab. Ferran rieb sich etwas unsicher durch den frisch rasierten Bart und holte sich dann aus einer Ecke einen Stuhl, um sich drauf zusetzen. So waren wir zumindest auf Augenhöhe. Er musterte uns abschätzend, nicht nur Michael, sondern auch mich. Was er wohl gerade dachte? "Wie ich vorhin schon sagte, werde ich euch alles wichtige Morgen erklären - bestimmt habt ihr ein paar Fragen. Doch die müssen warten." Er spielte etwas mit den Händen in seinen Taschen. "Habt ihr schonmal etwas von der Bruderschaft der schwarzen Hand gehört?", fragte er leicht und erntete wohl nur unwissende Blicke. Wir hörten viel Tratsch - doch so etwas war mir noch nicht untergekommen und er schien es zu wissen. Als wäre es eine rhetorische Frage gewesen. Er schien mit keiner Antwort zufrieden zu sein. "Wenn ihr nicht mehr auf der Straße leben - sondern selbstständig sein wollt, dann werde ich euch ab morgen mein Handwerk lehren. Es ist keine Kunst, auf die ein Mann besonders Stolz sein sollte. Aber es bringt eine warme Mahlzeit täglich auf den Tisch und ein warmes Bett für die Nacht." Er beobachtete unsere Reaktion und wartete auf ein Zeichen. Ich hingegen schaute nur etwas verwundert Michael an - weniger weil ich etwas nicht verstand, sonder mehr rauszufinden, was er gerade dachte.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Di Okt 31, 2017 12:13 pm

Unmerklich lockerte sich meine Anspannung, als er sich ein Stück entfernt hinsetzte. Sollte er von dort irgendwas versuchen, wären wir ebenso schnell, hätten eine Chance. Entweder an ihm vorbei oder durchs Fenster. Was er hier wollte, war mir aber fraglich, denn anscheinend wollte er uns immer noch nichts erzählen, stellte nur Fragen deren Antwort er augenscheinlich schon wusste. Von irgendwelchen Bruderschaften hatte ich jedenfalls noch nicht gehört, allerdings es auch nie darauf angelegt je in bestimmte Kreise zu geraten, die meine Unabhängigkeit einschränken würden. Abgesehen von Chiara arbeitete ich allein. Nur jetzt... wenn mir tatsächlich der Tod des Fürstensohn angehängt wurde, standen meine Aussichten eher schlecht und wir hatten keine Mittel das Land zu verlassen. „Klar, weil man auf der Straße kein Stück selbstständig ist...“ murmelte ich vor mich hin, nahm es persönlich wenn das was wir auf uns nahmen um an Essen und einen Schlafplatz zu kommen unterschätzt wurde. So schlecht war es jetzt auch nicht gewesen, hatten wir zumindest unsere Freiheit. Chiara schien auf mein Urteil zu warten und ich verengte leicht die Augen, hatte Ferran die ganze Zeit selbst gründlich gemustert und meine ganz eigenen Schlüsse gezogen. „Es ist freiwillig?“ rückversicherte ich mich. Er nickte. „Ihr könnt jederzeit aufhören. Ich zwinge euch nicht weiter zu machen. Wenn ihr gehen wollt, könnt ihr die Sachen nehmen mit denen ihr gekommen seid und alles, was ihr euch in der Zwischenzeit verdient habt. Ich werde euch nicht für Ausgaben belangen oder an die Wachen ausliefern – aber ihr bekommt diese Chance nur einmal. Wenn ihr geht, könnt ihr nicht mehr zurück, ich werde euch dann nicht mehr kennen.“ Klang soweit fair, nur wollte ich ihm nicht jetzt zusagen, ohne überhaupt zu wissen worum es ging. Ich seufzte leicht. „Das du eine Antwort erst morgen nach der Erklärung bekommst, solltest du selber wissen“ entgegnete ich nur. „Also was machst du noch hier?“ Das letzte klang dann doch etwas scharf, doch ich mochte es nicht so angestarrt zu werden. Und er hob dann auch mit einem leichten Lächeln entschuldigend die Hände und stand auf. „Schon gut – ich lass euch dann in Ruhe. Kommt zum Frühstück runter, sobald ihr bereit seid“ Dann ging er. Dieses Mal wurden wir nicht eingeschlossen.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mi Nov 01, 2017 10:26 pm

Aufmerksam hörte ich ihm zu. Es hatte also an sich erstmal keine Nachteile sich anzuhören, was genau er wollte. Aus diesem Grund reichte es auch das Michael für mich sprach - war einverstanden das wir uns morgen alles in Ruhe anhörten. Der Mann ging und mein Griff lockerte sich um das Messer, ehe die Tür zuging und wir alleine waren. "Ich weiß nicht genau was er von uns will, aber es scheint fast so - als wäre es ihm sehr wichtig das wir bleiben. Wir sollten diesen "Verdienst" den er angesprochen hat entsprechend hochhalten.", schlug ich vor - konnte ich doch mit Zahlen von uns am Besten umgehen - verwaltete deshalb auch normalerweise unser Geld, wenn wir es nicht im Lager irgendwo versteckt hatten. Es bei sich zu tragen war gefährlich, gab es doch genug Diebe und Rüpel, die einen dafür verprügeln würden. "Ich wasch noch kurz unsere Sachen und häng sie auf - danach sollten wir uns hinlegen. War ein harter Tag.", murmelte ich etwas müde und nahm die dreckigen Kleider an mich - auch die Schuhe. Im Bad hatte ich ein Waschbrett gesehen und nutzte es um die Sachen in der Wanne zu reinigen. Man nahm eben was man hatte. Als ich halbwegs durch war - immerhin eine sehr anstrengende Angelegenheit - hing ich die Sachen an eine Wäscheleine, die eigens hinter der Fensterlucke im Bad zum kleinen Garten hinaus aufgehängt war. Auch das war mit meiner Größe ein Akt, aber schaffbar. Schließlich schleppte ich mich zurück und fiel erschöpft ins Bett.

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BeitragThema: Re: Thieves at Heart   Mi Nov 01, 2017 10:47 pm

Sehr wichtig war es ihm, dass merkte man – aber ich hatte auch einiges bemerkt. Das er nicht verheiratet war, sicher keine eigenen Kinder hatte, wir wahrscheinlich sogar seine ersten Schüler wären. Zumindest wurde das schlüssig daraus, wie unsicher er uns gegenüber war. So selbstverständlich wie er all das hier nahm, hatte er sicher auch nicht auf der Straße gelebt, dachte dementsprechend auch nicht so sehr über zukünftigen Verdienst nach. Ich nickte was das anging, würde Verhandlungen aber Chiara überlassen. Mit Zahlen kam ich nicht klar, hatte schon Mühe auf dem Markt nicht betrogen zu werden, brachte ich doch schon die Zeichen durcheinander und kam nicht mehr klar, sobald der Betrag nicht glatt zu bezahlen war. Noch schlimmer war es mit Buchstaben, konnte ich faktisch nicht lesen, weswegen ich die meisten solcher Sachen ihr überließ. „Ich wart auf dich“ meinte ich bezüglich des Wäsche waschens – hätte ihr auch geholfen, wenn ich mir das Knie nicht angeschlagen hätte. Mir machte schon Sorge, dass Ferran mich nicht wollte, wenn er erst wusste, dass ich nicht lesen oder rechnen konnte, da wollte ich ihm nicht noch wie ein halber Krüppel gegenübertreten. So erschöpft wie Chiara war ich auch, wartete aber trotzdem, scannte erneut gründlich den Raum und prägte mir jedes Detail ein. Mit einem Lächeln zog ich die warme und weiche Decke über uns beide, als Chiara ins Bett gefallen war, strich sacht über ihren Handrücken. „Schlaf gut“ flüsterte ich – heute würde sicher keiner von uns ein Problem damit haben.

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